05.06.2009 Whisky-Verkostung im K + K-Restaurant, Salzburg

Den Mitgliedern des Ordre Mondial des Gourmets Degustateurs ist es schon eine liebe Gewohnheit, zahlreich zu den verschiedensten Verkostungen ins K + K, Salzburg zu kommen. Wie schon so oft, hatte sich unser Vice Echanson und früherer "Hausherr“ im K + K mit seinem Nachfolger, Direktor Andreas Roth wieder einmal eine Verkostung der besonderen Art ausgedacht, dieses Mal sollten wir alles über den hochwertigen schottischen Single Malt Whisky erfahren.


Zu diesem Zweck versammelten wir uns in den hübschen, rustikalen Räumen des K + K und lauschten Dipl. Sommelier Edwin Heider, der uns ausführlich die schottische Whisky-Welt näher brachte.

Anhand eines Videos erläuterte er uns die typischen Eigenschaften der schottischen Single Malt Whiskies und deren geschichtlichen Zusammenhänge, Produktionsmethoden und Art der Faßlagerung. Nach dieser "farblichen" Einstimmung wurde uns der erste Whisky serviert, ein 10 Jahre alter Auchentoshan aus den Lowlands, dem südlichen Teil Schottlands, womit der informative Abend seinen Lauf nahm.
Der Vergleich zwischen einem AnCnoc, 12 Jahre und einem Springbank, 16 Jahre, zeigte uns deutlich die großen Unterschiede, die die Verwendung verschiedener Fässer beim Whisky verursacht. Insbesonders fiel der Springbank auf, der 16 Jahre im Rumfaß lagerte und süßliche Rum-Töne, wunderschön harmonisch eingebunden, spüren ließ. Dazu servierte Direktor Roth eine perfekte Geflügelgalantine mit eingelegter Fenchel und Birnenchutney.
Zum Haggis mit Sellerie und Karottenpüree - ein schottisches Traditionsgericht vom Lamm, servierte uns Sommelier Heider einen 1989 Balblair, der eine wuchtige, starke und relativ dunkle Note zeigte.

Perfekt zum nächsten Gang, der Tranche von einem rosa gebratenem Roastbeef mit einer „echten“ Sauce Béarnaise, passte perfekt ein 12 Jahre alter Old Pulteney, von der nördlichsten Destillerie auf dem schottischen Festland, der eine äußerst kräftige Note zeigte.
Der folgende Bruichladdich, 16 Jahre, überraschte in der Kombination mit der  Nachspeise, Orangenmarmeladenparfait und Mousse von der Bitterschokolade, die eine perfekte Einheit bildeten. Dieser Whiskey lag 16 Jahre in einem Sauternfaß und zeigt süße Sauternnoten, die ideal zu dieser Nachspeise harmonierten. Vielleicht liegt es auch daran, dass dieser ungewöhnliche Whisky auf der südlichsten Insel der Hebriden, der Insel Islay direkt am Ufer des Loch Indaal destilliert wird. Die Malts von Bruichladdich, sind nicht so torfig und rauchig, da das Wasser auf dieser Insel sehr wenig torfhaltig ist und auch die Gerste, die in der eigenen Mälzerei erzeugt wird, einen sehr geringen Torfanteil aufweist.

Exakt das Gegenteil zeigte uns der Ardbeg Uigeadail, ein sehr rauchiger und dunkler Whisky,  der uns den völlig entgegengesetzten Charakter des zuvor getrunkenen, Bruichladdich zeigte. Dazu passte Käse vom geräucherten Cedar, der vom rauchigen Whiskey nicht übertönt wurde.
Nun folgte ein  15 Jahre alter Old Pulteney, der mit einer Fassstärke von 54 Volumenprozent enorm starke und intensive Whisky-Töne vermittelte.
Als zusätzliches „Schmankerl“ und außerhalb des Menüs kam ein 32 Jahre alter Balblair 75, der im Sherryfaß über Jahrzehnte eine tief dunkle Farbe mit intensivsten Whiskey- und Sherrytönen hervor bringt.

Echanson National, Max Schneider, bedankte sich zum Ende des Abends ganz herzlich bei den Organisatoren Helmut Ponstingl und Direktor Andreas Roth, die es wieder einmal verstanden hatten, den Freunden des Ordre Mondial des Gourmets Degustateurs eine ungewöhnliche und hochinteressante Verkostung darzubieten. Dank gebührt auch dem Dipl. Sommelier Edwin Heider, der auf sympathische Art, äußerst informativ, den Freunden die vielen Nuancen der Whiskey-Welt rund um den Single Malt aus Schottland darbot.

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