21.09.2012 Meilleur Jeunes Sommelier du Monde 2012, Cape Town

 

Bereits zum sechsten Mal ging dieser hochkarätige Wettbewerb, von Chaîne de Rotîsseur initiiert und durchgeführt, diesmal in Kapstadt über die Bühne. 12 Teilnehmer aus 12 Nationen:

Australia – Yuki Hirose, Austria – Jürgen Witschko, China – Li Mei Yu, Denmark – Sabina Sunne, Finland – Markku Niemi, Germany – Peter Müller, Great Britain – Arnaud Bardary, Russia – Anna Sviridenko, South Africa – Jeff Lopes, Switzerland – Simone Ragusa, Turkey – Gὂrkem Öztὓrk, USA – Christopher Bates.

 

Der Sieger kommt, wie so oft, aus den USA: Christopher Bates zeigte Nerven und verwies Arnaud Bardary (UK) und Yuki Hirose (AUS) auf die Plätze.
Der österreichische Kandidat Jürgen Witschko hat es entgegen aller Erwartungen leider nicht aufs Podest geschafft. Über das Warum und Weshalb haben wir mit ihm gesprochen.

 

F: Jürgen, du hast die nationale Ausscheidung recht eindrucksvoll für dich entschieden und nach deinem 3.Platz 2008 in Wien hatten dich viele auf der Rechnung für einen Podestplatz. Warum hat es schlussendlich nicht geklappt?

JW: Die Frage habe ich mir in letzter Zeit auch oft gestellt. Bei so einem Wettbewerb kommt es halt immer auf die Tagesverfassung an. Meine war an diesem Tag eine Katastrophe, aber nach einem 50 Stunden Trip von Salzburg nach Kapstadt blieben mir kaum Möglichkeiten um wieder innere Balance zu finden – und die brauchst du um ganz oben zu stehen. Und die Mitbewerber waren auch sehr stark. Auch wenn der Wettbewerb für „junge“ Sommeliers ins Leben gerufen wurde, so ist es ein Trugschluss, dass es sich um einen Jungsommelier-Wettbewerb handelt. Christopher hat die letzten 3 Jahre auf den Mastersommelier hingearbeitet und bis auf die sensorische Prüfung alles geschafft.


F: Wie bereitest du dich auf so einen Wettbewerb vor bzw. Was wird dabei von einem verlangt?

JW: Die Sommelier-Wettbewerbe folgen alle einem ähnlichen Muster. Da die Chaîne de Rotîsseur mit dem Court of Mastersommeliers zusammenarbeitet, ist es wie bei den österreichischen Ausscheidungen: Fehler einer Weinkarte korrigieren, schriftliche theoretische Arbeit, Weinservice und Champagnerservice (diesmal auch Bierservice), das Erkennen von Spirits und Likören, die Harmonie von Speisen und Wein und natürlich das Verkosten, Beschreiben und Erkennen von 5 Weinen.

Um hier perfekt vorbereitet zu sein, gilt es alles an vinophilen Printmedien zu lesen und online die wichtigsten homepages zu durchforsten um up-to-date zu sein. Dann natürlich viel Verkosten und das bisher Gelernte aufzufrischen. Am Wichtigsten ist dennoch eine mentale Vorbereitung um vor der Jury zu überzeugen und da haben Martin Widemann und ich in den letzten Jahren ein recht gutes Gespann gebildet. Ohne die Arbeit mit ihm wäre ich heute nicht der, der ich bin. Am meiner Selbstdisziplin sollte ich noch arbeiten.

 

F(grinst): Hattet ihr in Südafrika auch Zeit vom Land etwas zu sehen, bzw. vom Weinbau neue Eindrücke zu sammeln?

JW: Das ist ja das Schöne an den Wettbewerben, du siehst viel Neues, lernst dabei tolle Menschen kennen und manche davon bleiben dir als Freunde erhalten. So auch in Cape Town: Dank der tollen Organisation – und hier möchte ich Allison Rutowitz, George Parkes, Marie Jones, Klaus Tritschler und natürlich dem Team von Capsel Tours danken. Sie haben es uns ermöglicht bestens versorgt und stressfrei die Gastronomie und das Weinland Südafrika zu entdecken. Dabei sind mir 3 Weingüter in Erinnerung geblieben: Anthonij Rupert wines (speziell der Chenin blanc), die Sauvignons von Bartho Eksteen von Hermanuspietersfontein und natürlich die Weine von Constantia Glen.Faszinierend waren auch die Brandy´s vonder van Ryn Distillery. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht als Teil dieser Truppe!

Chaîne des Rôtisseurs Bailliage d'Autriche 2017